Nun ist es endlich soweit. Ich habe die Zeit gefunden einen ausführlichen Test zu einem ambitionierten Grafikprojekt zu schreiben. Das Pixelmator-Team liegt mir sehr am Herzen, da sie meinen Vorstellungen eines semiprofessionellen Bildbearbeitungsprogrammes am nächsten kommen und sich mit vollem Einsatz und Herzblut an die Entwicklung gesetzt haben. Als Testrechner habe ich einen iMac 20″ 2,4 GHz mit 2 Gb Ram benutzt. Ich als Tester bin jedoch ein totaler Leihe was Bildbearbeitung angeht und möchte es aus dieser Sichtweise auch beschreiben.
Vorneweg:
Pixelmator ist das was man sich von Photoshop wünscht. Wenn man zumindest die benutzte Technik zu Grunde legt. Gemeint ist die Nutzung der GPU, also des Grafikprozessors, was zu einer sehr hohen Geschwindigkeit und Lastverteilung führt. Aber was bedeutet das? Alle Filtereffekte und fast alle Bildberechnungen laufen auf dem Grafikprozessor ab, der bei den meisten Bearbeitungsprogrammen nicht benutzt wird. Die Grundsätzliche Idee kommt von Apple selbst, die mit Core Image eine leistungsstarke Betriebssystemerweiterung in Tiger eingeführt haben. Den meisten Benutzern ist diese Technik durch Dashboard und PhotoBooth bekannt und so kann auch gleich der enorme Vorteil sichtbar gemacht werden. Wer einmal PhotoBooth getestet hat wird wissen wie performant diese Technik auch bei älteren Macs ist und vor allem wie viel Spaß sie macht. Core Image wurde von Apple so implementiert, dass Programmieren betriebssystemsseitig schon eine große Palette an Echtzeitfiltern zur Verfügung stehen und benutzt werden kann. Nur was unterscheidet nun Pixelmator von den x anderen Programmen, die sich diesen Vorteil zu Nutze machen? Der Funktionsumfang. Pixelmator zielt definitiv in die Richtung von Photoshop oder Gimp. Dies zeigt alleine schon die Tatsache, dass über 100 Formate unterstützt werden und mittlerweile über 130 Filter eingebaut worden sind.
Aufbaul:
Beim ersten Start der Software fällt gleich das Benutzerinterface ins Auge. Es orientiert sich stark an den grafitartigen Look der Apple Pro Apps oder auch von Front Row oder Aperture. Die leichte Transparenz sorgt für Übersichtlichkeit und ein hohes Kontrastgefühl wird durch das dunkle und schlichte Drumherum gegeben. Außerdem kann auch im Vollbildmodus gearbeitet werden, der etwas von einer Dunkelkammer hat. Die Toolbox auf der linken Seite zeigt alle gängigen Werkzeuge um ein Bild zu bearbeiten und kann mit dem “Werkzeug-Optionen” Fenster einfach an die Bedürfnisse angepasst werden. Auf der rechten Seite sind die typischen Boxen zu finden. Masken, Ebenenübersicht, Farbpaletten (Farbfelder, Spektrum und die Standard Mac OS X Farbpalette) und Werkzeugsverlaufeinstellungen. Seit Version 1.2 Draftsman stehen nun auch Hilfslinien, Lineal und ein Gitter zur Verfügung. Die ganze Optik wirk sehr aufgeräumt und man findet als Leihe schnell die Einstellung und das Werkzeug, dass man benötigt. Ansonsten sind alle Menüoptionen mit einem Tastaturkürzel schnell erreichbar und meiner Meinung nach auch sehr an den gängige Kürzelaufbau angepasst. Das stößt vielen nämlich bei Adobe Software böse auf, da viel Kürzel in eine dreier bzw. vierer Ebene liegen und man sich gerne feinmotorisch zum Tastaturakrobaten machen muss. Im Menü “Bild” sind fast alle benötigten Einstellungsmöglichkeiten wie Farbkanal-Mischer, Tonwertkorrektur, Tontrennung, Bildgröße, Belichtung und Schwellenwerte. Bei der jeweiligen Option öffnet sich ein kleines Zusatzfenster, das mit einfachen Schiebereglern den jeweiligen Effekt anpassen lässt. Die Änderung wird dann direkt am Originalbild angezeigt und man hat gleich das komplette Endergebnis im Blick. Das ganze läuft extrem flüssig ab und lässt kaum Wünsche offen.
Im Endeffekt ist der Aufbau allerdings nicht groß anders als bei üblicher Software.
Filter:
Die eingebauten Filter sind wie ich finde das absolute Highlight von Pixelmator. Die Benutzung ist einfach und durch die komplette Echtzeitberechnung optisch sehr angenehm. Wie bei den Bildbearbeitungswerkzeugen wird auch hier der Filter direkt am großen Original ausgeführt und man hat so sofort das komplette Ergebnis vor sich. Eine Effektvorschau entfällt so ebenfalls. Ich habe immer ein Problem damit gehabt einen Effekt einschätzen zu können. Durch die direkte Anwendung auf das komplette Bild kann der Anwender viel schneller sehen was die jeweilige Schiebeoption für Auswirkungen auf den Filter hat. Man kann einfach sehr gut mit den gegebenen Funktionen rum spielen und hat kaum frustrierende Erlebnisse. Wenn man einen Filter auswählt öffnet sich wie gehabt ein kleines Fenster für die jeweiligen Einstellungen. Radius, Winkel, Übergang oder was auch immer. Bei fast allen Filter werden ein oder zwei Dots eingeblendet, die mit einem Seil am Einstellungsfenster fest gepinnt sind. Diese Dots markieren das Zentrum des Effektes bzw. den Wirkungsbereich. Wenn man nun zum Beispiel einen Glaszoom Effekt anwendet kann dieser in Echtzeit hin und her verschoben werden und so in das Gesamtbild eingepasst werden. Die Bedienung ist sehr motivierend und ehrlich gesagt auch manch Lacher wert.
Fazit:
Viele sind der Meinung, dass Pixelmator nie an das bekannte Photoshop ran kommen wird. Aber ich bin da recht zuversichtlich, da man große Veränderungen und Innovationen alleine in den letzten beiden Versionssprüngen erkennen kann. Man muss immer bedenken es wurde nur von 2 Entwicklern programmiert und ist auch um einiges preiswerter als sein großer Konkurrent. Für mich als totaler Leihe Ideal, da die Bedienung und der Einstieg sehr viel einfacher ist als bei anderen Programmen. Man hat sehr schnell Erfolgserlebnisse und alle Optionen sind verständlich getitelt, was die Auswahl des richtigen stark vereinfacht. Einer der wichtigsten Punkte ist definitiv die Geschwindigkeit, da nicht jeder einen Mac Pro mit 16 Gb Arbeitsspeicher besitzt und so ist es auch auf einem MacBook schon sehr angenehm Bilder zu bearbeiten. Teilweise sind aber Einbrüche bei großen Bildern, die viel Arbeitsspeicher benötigen aufgefallen. Für den kleinen Geldbeutel (59$) und Menschen mit noch wenig Erfahrung mit Bildbearbeitung denke ich die Alternative auf dem Mac Markt.